(0 97 75) 13 28 Burgwallbacher Straße 15, 97659 Schönau a.d. Brend

Schönau wieder Hochburg des Humors

FOTO MANFRED ZIRKELBACH

FOTO MANFRED ZIRKELBACH

Die Zwergengarde der Schönauer Fosenöchter verzauberte das Schönauer Publikum bei den Elferratssitzungen als kleine Badenixen.

Schönau (zir)

"Ons krauts vor goar nix",
ein Fosenochtsmotto, wie es wohl eindeutiger nicht formuliert werden kann. Die Schönauer Fosenöchter werden auch in ihrem 57. Fosenochtsjahr dem absolut guten Ruf als Hochburg des Humors und des närrischen Frohsinns mehr als gerecht.
Weil es zum Stil eines Schönauer Fosenöchters gehört, sich selbst gehörig auf den Arm zu nehmen, schlüpft der Elferrat immer wieder in das dem Motto zugedachte Kostüm, diesmal in die Maske von Krautsköpfen. Für Bianka Göbel und ihre beiden Fosenochtskindern Stefan Rahm und Julia Beck war es wegen dieser offenkundigen Ähnlichkeit mit dem Original gar nicht so schwer, die elf Krautsköpfe auf der Elferratsbank dann auch in eindrucksvoller Weise über den Krauthobel zu ziehen. Was dann im Laufe des Abends so alles an Spezialitäten serviert wurde, war ein köstliches Mix aus buntem Rhöner Fosenochtsbrauchtum.

Alle Altersgruppen vertreten

Alle Altersgruppen waren auch in diesem Jahr wieder auf der Fosenochtsbühne vertreten. Mitten drin die beiden Präsidenten Elke Rothen und Elmar Reubelt. Mit fast profiharter Routine moderieren die beiden das fünfstündige Programm. Bürgermeister Walter Vey empfände es direkt als Katastrophe, würden seine "Untaten" von den Fosenochtshaudegen ignoriert: "Da hätte ich wohl was falsch gemacht während des Jahres", schmunzelt er.
Die Krummtonsänger unter der Leitung von Thomas Griebel treffen in ihrem A-cappella-Gesang den richtigen Ton. Und sie ulken vor allem Richtung neue Autobahn, deren Vorteil nun darin bestehe, Neuscht einfach links liegen lassen zu können. Die Zwergengarde als Hexen und Hexenmeister entpuppen sich im Laufe ihres niedlichen Tanzes als kleine Badenixen. Dann geht's "Nei die Kur" und dabei wundert sich das Schönauer Fosenochtsurgewächs Salie (Alexandra Reubelt) nicht schlecht, dass das Kurhotel sogar ihren Namen tragen darf, nämlich Kiss-Salie. Bei den folgenden ziemlich "obskuren" Anwendungen sind weiterhin mit von der Partie Silvia Braun, Renate Horbelt, Petra Rahm, Sandra Beck und Simon Schrenk. Der Gardetanz der Seniorengarde ist auch diesmal ein echter feiner Hingucker. Bald darauf wirbelt auch Sarah Zirkelbach als Solotänzerin über die Bühne.
Die Zeitungen des letzten Jahres muss Christof Vey gut studiert haben, er zeigt sich mit seinem Partner Florian Zirkelbach bestens über einige Geschehnisse aus der näheren Umgebung informiert und legt sich sogar mit der Präsidentin wegen dieser "tendenziösen" Fosenochtsberichterstattung an, nämlich "die lokale freie Presse do herinn net zuzulässe". Da bekommt besonders der Landrat sein Fett ab, der nach Meinung des Zeitungslesers zu oft im Mittelpunkt von Pressefotos steht.
Turbulent und "chaotisch" geht es auf der Bühne weiter mit einem nachgestellten Filmdreh auf dem Schönauer Dorfplatz. Christopher Rahm schlüpft dabei in die Rolle des Ehrenpräsidenten Manfred Rothen im Interview mit Aufnahmeleiter Florian Griebel. Philipp Vey als Kameramann, Luise Carvalho als Maskenbildnerin und Backofensepp komplettieren das Team. Mitten hinein platzt dann zu allem Überfluss auch ein jugendlicher Demonstrant (Johannes Stäblein), der lauthals den Schönauer Jugendraum fordert.
Wenn die Vierzylinder (Volker und Ulli Kiesel, Marco Hillenbrand) auf der Bühne stehen, wird es zeitweise geradezu mucksmäuschenstill im Saal. Die ganze Palette politischer Ungereimtheiten hat Volker Kiesel satirisch aufbereitet. Von der Patex-Heide aus Schleswig Holstein singen sie und ziehen eine verblüffende Verbindung zu "Patex-Edmund" nach München, sie glossieren das Outfit der neuen Kanzlerin und loben sie bereits als "Berlins eisernen Hosenanzug". Minutenlanger rhythmischer Beifall begleitet die Akteure von der Bühne.
Die Garden sind immer wieder eine Augenweide. Zunächst wirbeln die Junioren über die Bühne, später kommen sie gemeinsam mit der Großen Garde noch einmal mit ihrer Schau "Traummelodien".

FOTO MANFRED ZIRKELBACH

FOTO MANFRED ZIRKELBACH

Ulli Kiesel braucht für seinen Auftritt auf der Schönauer Fosenochtsbühne einen Stuhl, seine Gitarre und ein Glas Wasser. Seine Gags und Sprüche wurden auch heuer mit Beifall überschüttet.

Schrille Nacht

"Schrille Nacht", eine gelungene Persiflage auf die familiären Feierlichkeiten am Heiligen Abend, das hat sich in diesem Jahr die Fosenochtsfamilie um Opa Ludwig (Harald Gans) zum Thema gemacht. Der tägliche Griff in den Adventskalender beschert dem Opa eine Flasche "König Ludwig Dunkel", da tauchen der Nikolaus zu spät und die Dreikönige zu bald auf. Auch die Elferräte werden als Statisten eingesetzt, als Hirten und Schafe, als Ochs und Esel. Sogar die beiden Sitzungspräsidenten schlüpfen in die Rollen als Maria und Josef. Mit dabei sind Joachim Reubelt, Steffen Beck, Florian Zirkelbach und Julian Rahm.
Viel zu tun gibt es während des Abends für die Gardistinnen und den Elferrat, welche den zahlreichen Ehrengästen den hölzernen Krauthobel als Orden 2006 um den Hals hängen. Diese Markenzeichen der Schönauer Fosenocht werden nun bereits seit mehr als 40 Jahren von Vereinsschnitzer und Ehrenpräsident Werner Kiesel entworfen und in seiner Kellerwerkstatt hergestellt.
Es ist Mitternacht, als Ulli Kiesel das Podium einnimmt, um mit seiner unnachahmlichen Mimik seine Palette kurioser Einfälle und frechen Sprüchen zu präsentieren. Sein Bauchrednertalent hat er weiter trainiert und natürlich warten die Zuhörer auf seine Gags, wobei die Nachbarn aus Burgwallbach nicht ausgespart bleiben. Das Finale wird schließlich eingeläutet vom Schönauer Männerballett um Walter Beck. Diesmal sind es die Jakob-Sisters mit ihren vier Pudeln, die für Heiterkeit sorgen. Beim Schlussbild stehen alle Akteure auf der Bühne und ihr Lied ist ein Versprechen bereits für das kommende Jahr: "Wir kommen wieder". Ulli Kiesel braucht für seinen Auftritt auf der Schönauer Fosenochtsbühne einen Stuhl, seine Gitarre und ein Glas Wasser. Seine Gags und Sprüche wurden auch heuer mit Beifall überschüttet.
FOTO MANFRED ZIRKELBACH

Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.